Umweltliteratur

Gegenstand und Kontext: Umweltliteratur in Deutschland

Was ist Umweltliteratur?

In ihrer Einleitung zu einem Reader mit Basistexten einer ökologisch orientierten Literaturwissenschaft, die sich auf Englisch griffig als Ecocriticism1 bezeichnen läßt, bemerkt Cheryll Glotfelty, die erste Inhaberin eines Lehrstuhls für Literatur und Umwelt, daß wir von der ökologischen Krise keinerlei Kenntnis hätten, wenn unsere Weltwahrnehmung auf das Lesen literaturwissenschaftlicher Publikationen beschränkt wäre. Stattdessen hielten wir “race, class and gender” für die “hot topics of the late twentieth century”.2 Wiewohl diese Aussage mit Blick auf den US-amerikanischen literaturwissenschaftlichen Diskurs getroffen wurde, läßt sich deren erster Teil problemlos auf die bundesdeutsche Situation übertragen. In den USA hat sich die beschriebene Situation seit Mitte der 80er Jahre allmählich gewandelt, so daß Ecocriticism unterdessen zu einem mehr oder weniger etablierten Zweig der Literaturwissenschaft werden konnte. Diesem liegt eine bestimmte Perspektive und ein spezifisches Problembewußtsein zugrunde, auf deren Basis Literatur untersucht wird:

Just as feminist criticism examines language and literature from a gender-conscious perspective, and Marxist criticism brings an awareness of modes of production and economic class to its reading of texts, ecocriticism takes an earth-centered approach to literary studies.3

Glotfelty legt nach dieser Standortbestimmung und dem dadurch aufgeworfenen Fragehorizont eine konkretere Definition vor:

(A)ll the ecological criticism shares the fundamental premise, that human culture is connected to the physical world, affecting it and affected by it. Ecocriticism takes as its subject the interconnections between nature and culture, specifically the cultural artifacts of language and literature.4

Einer der Väter der Betrachtung deutscher Literatur unter ökologischen Aspekten ist der seit 1958 in Madison (Wisconsin) lehrende Germanist Jost Hermand, der mit seinem 1991 erschienenen Band Grüne Utopien in Deutschland einen Überblick über Strömungen ökologischen Bewußtseins seit dem 18. Jahrhundert bietet.5 In seiner Geschichte der Germanistik stellt er 1994 zutreffend fest, daß sich nur wenige Germanisten “unter gesamtgesellschaftlicher Perspektive um die Einbeziehung ökologischer Gesichtspunkte in die Literaturwissenschaft bemühen”.6 Zu den wenigen gehört der an der Humboldt-Universität Kulturtheorie und Mentalitätsgeschichte lehrende Germanist Hartmut Böhme, der sich der “Herausforderung” der Germanistik “durch den technischen und ökologischen Wandel” zu stellen bereit ist.7

Auch Ende der 90er Jahre hat sich die beschriebene Situation nicht grundlegend geändert, wie der britische Germanist Axel Goodbody in seiner jüngst vorgelegten Kompilation Literatur und Ökologie konstatiert:

Trotz des internationalen Rufs Deutschlands als ‘Ökoland’ und der zentralen Stellung von Natur in der deutschen Kulturtradition und Philosophie scheint ökologisches Denken dagegen bislang in der deutschen Literaturwissenschaft vergleichsweise wenig Beachtung gefunden zu haben. In Standardwerken zur Gegenwartsliteratur, die eine thematische Gliederung bieten, findet man zwar Kapitel oder Abschnitte zur Literatur der Studentenbewegung, zur Literatur der Arbeitswelt und ethnischer Minderheiten, zur DDR-Literatur und zur Frauenliteratur, nicht jedoch zur literarischen Produktion im Umfeld der Ökologiebewegung.8

Was die genauere Bestimmung des Gegenstandes jener “literarischen Produktion im Umfeld der Ökologiebewegung” – also der ‘ökologischen Literatur’ – angeht, stellt Goodbody als grundsätzliches Kriterium eine kritische Beleuchtung des menschlichen Naturverständnisses heraus.9

Mit der Erarbeitung einer Typologie des menschlichen Naturverhältnisses hat Ernst Oldemeyer Pionierarbeit geleistet. Beiträge zur Genese des abendländischen Naturkonzeptes haben Christoph Jamme, Gernot Böhme und Hartmut Böhme, Stefan Heiland, Ruth Groh und Dieter Groh sowie Heinz-Dieter Weber vorgelegt.10

In der hier vorgestellten und zugrundegelegten Definition von Umweltliteratur11 steht die Frage nach der handlungstragenden – und somit über eine gelegentliche Erwähnung der Umweltthematik hinausgehende – Verarbeitung eines Bewußtseins industrialisierungsbedingter ökologischer Schäden im Vordergrund, das sich auf verschiedenen Ebenen manifestieren kann:

Umweltliteratur ist fiktionale Literatur, in der ein Bewußtsein der ökologischen Krise und ihrer Folgen und/oder industrialisierungsbedingter Schäden der nichtmenschlichen Natur explizit und handlungstragend verarbeitet ist, sei es 1) in Bezug auf a) die Geschichte und den Diskurs der Ökologiebewegung oder auf b) konkrete ‘Katastrophen’ bzw. andere in diesem Kontext bedeutsame öffentlichkeitswirksame Ereignisse oder 2) durch die Hinterfragung des Naturverhältnisses der Industrienationen (bspw. durch die Darstellung der Lebenswelten geographisch ferner, historischer oder imaginärer Kulturen).

Damit sind als grundlegende Kriterien für die Zugehörigkeit von Texten zur fiktionalen Umweltliteratur die Anbindung an die Ökologiebewegung einerseits und eine kritische Beleuchtung des menschlichen Verhältnisses zur Natur andererseits zu bestimmen.

Eingrenzung 1: Anbindung der Umweltliteratur an den Diskurs der Ökologiebewegung

Die Ökologiebewegung oder Umweltbewegung als eine der in den siebziger Jahren in der Bundesrepublik an Bedeutung gewinnenden ‘neuen sozialen Bewegungen’ wird von Dieter Rucht als “Netzwerk nicht-staatlicher Gruppierungen und Organisationen” definiert,

das (a) einen umfassend verstandenen, letztlich globalen Schutz der Umwelt anstrebt, (b) sich dabei der Erkenntnisse einschlägiger Fachwissenschaften bedient und (c) ausdrücklich politisch interveniert.12

Damit läßt sich die aus Bürgerinitiativen entstandene Ökologiebewegung als Protestbewegung deutlich vom traditionellen Naturschutz abgrenzen, der lt. Rucht “Naturzerstörung als ein punktuelles Problem” behandelt und “die Rückwirkungen der Naturzerstörung auf den Menschen (…) vor allem als Frage der Ästhetik und der Einschränkung des Naturerlebnisses”13 betrachtet. Einen thematischen “Brennpunkt für die Ökologiebewegung” bildete “die zivile Nutzung der Atomenergie”14, was sich in der Bundesrepublik mit den Stichworten Wyhl, Grohnde, Brokdorf, Kalkar, Gorleben und Wackersdorf umreißen läßt.

Durch die Anbindung an die Umweltbewegung habe ich Texte, die primär Inhalte und Anliegen der Friedensbewegung thematisieren, aus den folgenden Untersuchungen ausgeschlossen. Natürlich verschwimmt die Grenze oft: Widerstand gegen die militärische Nutzung der Atomenergie, sprich gegen Atomtests, gehört damit eher zur Friedensbewegung (wiewohl bspw. die Gründung von Greenpeace in genau diesem Kontext, nämlich anläßlich einer gescheiterten Protestfahrt gegen amerikanische Tests 1971, stattgefunden hat); eine Thematisierung der zivilen Nutzung wäre wie erwähnt eher der Ökologiebewegung zuzurechnen. Wo beides ausgewogen thematisiert ist, muß im Einzelfall entschieden werden.

Analog dazu blende ich Texte, die schwerpunktmäßig feministisch argumentieren, aus der Betrachtung der Umweltliteratur aus, da sie eher Inhalten und Anliegen der Frauen-, als der Ökologiebewegung thematisieren. Auch hier verschwimmen die Grenzen, so daß Ausnahmen beiden Bereichen zuzuordnen sind.

In Teilen der Umweltliteratur der DDR (Morgner, Wolf) sowie in der anglophonen Rezeption der (ost-)deutschen Umweltliteratur verschmelzen alle drei Schwerpunkte (Umwelt, Frieden, Frauen) oft, doch habe ich mich aus Gründen der genaueren Abgrenzung der Themenbereiche entschieden, mit dem Bezug auf die westdeutsche Ökologiebewegung die genuin umweltspezifische Thematik als inhaltliches Kriterium für die Zugehörigkeit eines Textes zur Umweltliteratur zu bestimmen.

Gleichermaßen grenze ich den zeitlichen Rahmen ein: Die Anbindung an die bundesdeutsche Ökologiebewegung legt den Beginn der Umweltliteratur in die 70er Jahre, doch gehören in thematischer Hinsicht auch frühere Texte zu diesem Korpus, die sich handlungstragend mit den naturzerstörenden Schäden der Industrialisierung durch Schadstoffeinträge befassen.

Infolgedessen bilden Tiergeschichten m.E. keinen Bestandteil der Umweltliteratur, insofern sie zwar oft das Leben der Tiere in der Wildnis beschreiben und somit die Natur – und ggf. menschliche Eingriffe in dieselbe – in den Blick bekommen, aber nicht schwerpunktmäßig industrialisierungsbedingte Schäden thematisieren.

Eingrenzung 2: Erzählende Umweltliteratur in Deutschland lebender AutorInnen

Aufgrund meiner thematischen Anbindung an den Diskurs der deutschen Ökologiebewegung konzentriere ich mich auf die Texte von in Deutschland lebenden AutorInnen. Eine Behandlung der deutschsprachigen Umweltliteratur der Schweiz, Österreichs, Liechtensteins, Luxemburgs und Belgiens hätte den Rahmen der vorliegenden Arbeit bei weitem gesprengt. Schon die kontrastive Betrachtung der literarischen und außerliterarischen ökologischen Diskurse in der DDR und der Bundesrepublik bot eine nur schwer zu überblickende Materialfülle, die im folgenden zusammenfassend vorgestellt werden soll.

Da der Bereich der Öko-Lyrik weitgehend untersucht worden ist,15 habe ich mein Interesse auf fiktionale Erzähltexte gerichtet. Insofern bilden Umweltromane und -erzählungen den Gegenstand der vorliegenden Arbeit.

Forschungsstand zur deutschen erzählenden Umweltliteratur

Hubertus Knabe hat in seiner Dissertation16 einen Überblick über die erzählende Umweltliteratur der DDR vorgelegt. Auch Wolfgang Emmerich widmet der ‘ökologisch-kritischen Literatur’ in seiner DDR-Literaturgeschichte17 einen ausführlichen Abschnitt.

In ihrer bisher nicht im Druck erschienenen Dissertation hat Jacquie Hope die ökologisch engagierte Prosaliteratur der DDR hinsichtlich des Radikalitätsgrades der Kritik untersucht. Sie nimmt eine Klassifikation nach den Kriterien vor, ob a) ein Umweltkonflikt als relativ einfach zu lösendes politisches Problem realistisch dargestellt wird, b) die materialistische Haltung als Ursache der Umweltzerstörung in Frage gestellt wird, c) die Einseitigkeit des Wirklichkeitsverständnisses durch die Einbeziehung von Mythos, Intuition und Kreativität relativiert wird, d) feministische Erklärungsmuster herangezogen werden oder e) neben gesellschaftlichen und kulturellen Faktoren auch psychologische, anthropologische und biologisch-evolutionäre einbezogen werden.18

Vergleichbare Ansätze hinsichtlich bundesrepublikanischer Umweltliteratur fehlen bisher. Einen ersten Einstieg vermittelt der oben erwähnte Band Grüne Utopien in Deutschland von Jost Hermand, der jedoch fiktionale und nicht-fiktionale Literatur gleichbehandelt (und überdies rassistisch argumentierende Texte wie z.B. Tanz mit dem Teufel von Günter Schwab unkritisch darstellt). Einen Überblick bieten die Beiträge des Münchner Politikwissenschaftlers Peter Cornelius Mayer-Tasch und der Wiener Germanistin Ingrid Cella.19

Eine Übersicht, die die Entwicklung der Umweltprosa beider deutscher Staaten sowie des ‘vereinten’ Deutschland darstellt, liegt bisher nicht vor. Ansätze dazu sind von Lia Pirskawetz und mir im Rahmen eines Lehrbriefes für das weiterbildende Fernstudium Umwelt & Bildung der Universität Rostock erarbeitet worden. Eine von mir vorgelegte knappe Skizze über die deutsche Umweltliteratur seit 1884 wurde in einer Beilage der Zeitschrift Politische Ökologie veröffentlicht.20

Die Zusammenführung von Umweltgeschichte, Geschichte der Ökologiebewegung und Geschichte der Umweltliteratur blieb bisher gleichfalls aus, weshalb ich im ersten Teil dieser Arbeit einen solchen Überblick über die Entwicklung der erzählenden Umweltliteratur in Deutschland vorlegen möchte, um schlaglichtartig den Kontext und Hintergrund der vorgestellten Textanalysen zu präsentieren. Dabei geht es mir jedoch weniger um eine Systematisierung als um eine sich an den diskurstragenden (und ggf. emotional besetzten) Bildern und Konzepten entlangarbeitende holzschnittartige Gesamtschau, die als Beitrag zum ‘Bild’gedächtnis der Umweltbewegung verstanden werden kann.

Am Ende dieses Kapitels präsentiere ich eine synoptische chronologische Darstellung der wichtigsten Ereignisse des Umweltdiskurses sowie der erzählenden Umweltliteratur, in der auch Buchtitel genannt sind, auf die ich im folgenden nicht weiter eingehe.

1 Der Begriff ‘literary ecology’ wurde 1972 von Joseph Meeker eingeführt, von ‘ecocriticism’ sprach William Rueckert 1978 erstmalig.

2 Glotfelty, Cheryll: Introduction, in: The ecocriticism reader. Landmarks in literary ecology, hrsg. v. ders. und Harold Fromm, Athens (Georgia) / London 1996, S. XVI

3 Glotfelty, a.a.O., S. XVIII

4 Glotfelty, a.a.O., S. XIX. Als weitere Begriffe für eine ökologisch orientierte Literaturwissenschaft werden im anglophonen Bereich ‘ecopoetics’, ‘environmental literary criticism’ oder ‘green cultural studies’ verwendet.

5 Hermand, Jost: Grüne Utopien in Deutschland. Zur Geschichte des ökologischen Bewußtseins, Frankfurt/M. 1991. Vgl. auch: Hermand, Jost: Im Wettlauf mit der Zeit. Anstöße zu einer ökologiebewußten Ästhetik, Berlin 1991; Mit den Bäumen sterben die Menschen. Zur Kulturgeschichte der Ökologie, hrsg. v. Jost Hermand, Köln / Weimar / Wien 1993; Natur und Natürlichkeit. Stationen des Grünen in der deutschen Literatur, hrsg. v. Reinhold Grimm und Jost Hermand, Königstein/Ts. 1981

6 Hermand, Jost: Geschichte der Germanistik, Reinbek 1994, S. 240

7 Böhme, Hartmut: Germanistik in der Herausforderung durch den technischen und ökologischen Wandel, in: Germanistik in der Mediengesellschaft, hrsg. v. Ludwig Jäger, Bernd Switalla, München 1994, S. 63-77. Vgl. auch Böhme, Hartmut / Böhme, Gernot: Das Andere der Vernunft. Zur Entwicklung von Rationalitätsstrukturen am Beispiel Kants, Frankfurt/M. 1983; dies.: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Eine Kulturgeschichte der Elemente, München 1996

8 Goodbody, Axel: Literatur und Ökologie: Zur Einführung, in: Literatur und Ökologie, hrsg. v. dems. (Amsterdamer Beiträge zur neueren Germanistik, Bd. 43), Amsterdam / Atlanta 1998, S. 11-40, S. 12

9 “Als grundsätzliches Charakteristikum von ‘ökologischer Literatur’ kann festgehalten werden, daß sie unsere Beziehung zur Natur kritisch beleuchtet, auch wenn sie nicht explizit nach den Ursachen der ökologischen Lage fragt oder technologischen und gesellschaftlichen ‘Fortschritt’ hinterfragt. Bei Texten der Gegenwartsliteratur liegt freilich ein Schwerpunkt in der Registrierung der Einwirkung der Menschen auf ihre Umwelt und der Infragestellung eines menschlichen Geltungsdranges, der zu Raubbau, Vergiftung und Zerstörung führt.” (Goodbody, a.a.O., S. 25)

10 Oldemeyer, Ernst: Entwurf einer Typologie des menschlichen Verhältnisses zur Natur, in: Natur als Gegenwelt. Beiträge zu einer Kulturgeschichte der Natur, hrsg. v. Götz Großklaus / Ernst Oldemeyer, Karlsruhe 1983, S. 15-24; Jamme, Christoph: Mythos zwischen Sprache und Schrift, in: ders.: ‘Gott an hat ein Gewand’. Grenzen und Perspektiven philosophischer Mythos-Theorien der Gegenwart, Frankfurt/M. 1991, S. 167-224; Böhme, Hartmut / Böhme, Gernot: Die fremde Natur, in: Das Andere der Vernunft, a.a.O., S.27-80; Heiland, Stefan: Naturverständnis. Dimensionen des menschlichen Naturbezugs, Darmstadt 1992; Groh, Ruth / Groh, Dieter: Weltbild und Naturaneignung. Zur Kulturgeschichte der Natur, Frankfurt/M. 1991; dies.: Die Außenwelt der Innenwelt. Zur Kulturgeschichte der Natur 2, Frankfurt/M. 1996; Vom Wandel des neuzeitlichen Naturbegriffs, hrsg. v. Heinz-Dieter Weber, Konstanz 1989

11 Den Begriff ‘Umweltliteratur’ in Anlehnung an ‘environmental literature’ bevorzuge ich gegenüber der Rede von ‘ökologischer Literatur’ oder gar ‘Öko-Literatur’, was mir einerseits zu dogmatisch klingt und Ideologieabhängigkeit suggeriert und andererseits zu viele themenfremde Assoziationen (recyclebar? aus biologisch-organischem Landbau?) erlaubt. Im englischen Sprachraum ist gleichwohl das Präfix ‘enviro-’ als anthropozentrisch diskreditiert. (Vgl. Glotfelty, a.a.O., S. XX)

12 Rucht, Dieter: Modernisierung und neue soziale Bewegungen. Deutschland, Frankreich und USA im Vergleich, Frankfurt/M. / New York 1994, S. 240f.

13 Rucht, Modernisierung, a.a.O., S. 240

14 Rucht, Modernisierung, a.a.O., S. 405

15 Vgl. die Skizze von Goodbody in Literatur und Ökologie, a.a.O., S. 15

16 Knabe, Hubertus: Umweltkonflikte im Sozialismus. Möglichkeiten und Grenzen gesellschaftlicher Problemartikulation in sozialistischen Systemen. Eine vergleichende Analyse der Umweltdiskussion in der DDR und Ungarn, Köln 1993

17 Emmerich, Wolfgang: Kleine Literaturgeschichte der DDR, erweiterte Neuausgabe, Leipzig 1996, S. 312ff. Über die Rolle der Umweltliteratur in der DDR schreibt Goodbody zutreffend: “Die beträchtliche gesellschaftspolitische Bedeutung, die Umwelt-Literatur in der DDR seit den späten siebziger Jahren gewann, war Ergebnis der politisch-gesellschaftlichen Instrument(alis)ierung von Literatur, die als Ersatz-Diskussionsforum für in den Medien sonst verbotene Themen diente. Die Geheimhaltung von Umweltdaten ab 1982 und die Unterdrückung kritischer Diskussion über Umweltschutz bei gleichzeitiger rapider Verschlechterung der Umweltsituation und der Volksgesundheit (sic!) erklären das besondere Bedürfnis von DDR-Schriftstellern wie Reimar Gilsenbach, Monika Maron und Hanns Cibulka, zu informieren, Orientierung zu bieten und die öffentliche Debatte voranzutreiben.” (Goodbody, Literatur und Ökologie, a.a.O., S. 35). Vgl auch: Groth, Joachim-Rüdiger: Literatur und Umwelt, in: Umweltschutz, Umweltpolitik, Umweltbildung. Beitrag der Fächer zu einem Überlebensproblem, hrsg. v. Dieter Rodi, Schwäbisch Gmünd 1993, S. 71-83; Groth, Joachim-Rüdiger: Literatur und Ökologie, in: ders.: Widersprüche. Literatur und Politik in der DDR 1949-1989. Zusammenhänge, Werke, Dokumente, Frankfurt/M. / Berlin usw. 1994, S. 139-145

18 Hope, Jacquie: Green Trends in East Germany: Critiques of Modern Industrial Society in GDR Literature, Diss. masch. Oxford 1992, vgl. Goodbody, Literatur und Ökologie, a.a.O., S. 30

19 Mayer-Tasch, Peter Cornelius: In schwarzen Spiegeln Regenbögen. Die ökologische Krise in Prosa, in: ders.: Ein Netz für Ikarus. Zur Wiedergewinnung der Einheit von Natur, Kultur und Leben, München 1987, S. 97-134; Cella, Ingrid: Schöne Kulisse, falsche Besetzung. Einige Gedanken zum Thema ‘Ökologie und Literatur’, in: Vänbok. Festgabe für Otto Gschwantler zum 60. Geburtstag, hrsg. v. Imbi Sooman, Wien 1990, S. 55-95

Um die Bandbreite der Veröffentlichungen anzudeuten, sollen folgende Texte nicht unerwähnt bleiben: Lilienthal, Volker: Irrlichter aus dem Dunkel der Zukunft. Zur neueren deutschen Katastrophenliteratur, in: Pluralismus und Postmodernismus. Literatur- und Kulturgeschichte der achtziger und frühen neunziger Jahre in Deutschland, Frankfurt/M. / Berlin u.a. 1994, S. 209-243; Nennen, Heinz-Ulrich: Verwegene Hoffnung: Szenarien einer diesseitigen Apokalypse und Neue Mythologie – Zur Literatur der späten 80er Jahre, in: ders.: Ökologie im Diskurs. Zu Grundfragen der Anthropologie und Ökologie und zur Ethik der Wissenschaften, Opladen 1991, S. 228-241; Rudloff, Holger: Literatur nach Tschernobyl, in: Mitteilungen des deutschen Germanistenverbandes 37, H. 2, 1990, S. 11-19; Wiegmann, Reinhilde: Graue Gegenwart – Aufgehellte Zukunft, in: Literarische Texte im Umfeld der Grünen, hrsg. v. Jost Hermand und Hubert Müller, Argument Sonderband 183, Hamburg 1989, S. 125-148

20 Pirskawetz, Lia: Literatur und Umwelt, mit einem Beitrag von Sabine Jambon und Redeauszügen von Jost Hermand und Margarete Hannsmann, Rostock 1997; Jambon, Sabine: Zartes Pflänzchen. Ein Streifzug durch hundert Jahre Umweltliteratur, in: Politische Ökologie. Literatur Special ‘96/’97, S. 5f.

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